WT31: Ein Jahr Koalition: Haben wir ein energiepolitische Leitbild?
Shownotes
In dieser Folge von WindTalks sprechen Bärbel Heidebroek, Präsidentin des BWE, und Nicolas Bilo über die energiepolitische Bilanz der Bundesregierung nach einem Jahr im Amt. Dabei geht es um die Frage, warum der Koalitionsvertrag aus Sicht der Windbranche zunächst Hoffnung gemacht hat – und weshalb inzwischen zunehmend Orientierung und ein klares energiepolitisches Leitbild vermisst werden.
Im Mittelpunkt stehen das Energiewendemonitoring der Bundesregierung, die Debatte um sinkende Strombedarfsprognosen sowie die politische Diskussion über den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien. Bärbel Heidebroek erklärt, warum aus ihrer Sicht nicht „zu viel“ erneuerbarer Strom das Problem ist, sondern fehlende Flexibilität im Energiesystem: Speicher, intelligente Netze, flexible Stromtarife und bessere Nutzung vorhandener Infrastruktur.
Außerdem sprechen die beiden über negative Strompreise an sonnigen Feiertagen, die Rolle von Industrie und Elektrifizierung, europäische Energieversorgung und die Frage, warum Deutschland beim Netzausbau und der Digitalisierung schneller werden muss – statt den Ausbau erneuerbarer Energien auszubremsen.
Eine Folge über fehlende Leitbilder in der Energiepolitik, die Chancen eines europäischen Energiesystems und die Frage, wie die Energiewende endlich systemisch gedacht werden kann.
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00:00:10: Willkommen zu Wind Talks, dem energipolitionen Podcast des BVE.
00:00:14: Alle zwei Wochen sprechen wir hier über die energiepolitische Lage und was die Branche bewegt.
00:00:19: Mein Name ist Nikola Bilo und mit mir im Studio ist Berbel Heidebrugt, die Präsidentin des BWE.
00:00:24: Hallo Berbel!
00:00:24: Hallo Nikola!
00:00:27: Die Koalition ist seit ziemlich genau einem Jahr im Amt.
00:00:31: Wie bewertest du aus aktueller Sicht die Arbeit der CDU CSU SPD-Koalition?
00:00:39: Ja, ich glaube das es an so einem Geburtstag wirklich einfach auch mal Sinn macht.
00:00:43: Es ist ja ein einjähriger Geburtstag dass man auch mal guckt wie hat das eigentlich angefangen?
00:00:48: und wenn man dann wirklich zurück denkt kann man schon sagen als der Koalitionsvertrag geschrieben wurde als er dann stand da waren wir eigentlich relativ gut gestimmt.
00:00:59: Da hatten wir viel Hoffnung dass da was Gutes rauskommen würde.
00:01:02: Das sind ganz viele Dinge im Koalitionsvertrag, die wir eben auch schon lange als Verband gefordert haben.
00:01:08: Zum Beispiel Industrie-Direktbelieferung oder Nutzen statt Abregeln, nutzen von Strom vor dem Netzverknüpfungspunkt Überbauungen von Netzvergnüpfungspunkten, Vereinfachung von Industriebelieferung mehr PPAs, mehr Markt für Erneuerbare – das waren ja eigentlich alles Dinge wo wir gesagt haben Ja wollen sind wir sofort mit dabei?
00:01:30: Sind auch unsere Forderungen.
00:01:31: von daher War der Staat mit dem Koalitionsvertrag aus unserer Sicht eigentlich wirklich ein sehr positiver?
00:01:39: Der Staat war ein positiver.
00:01:40: Das hört sich so an, als kommt jetzt das A-Bau und ich weiß es natürlich auch schon weil wir auf öfter mal reden.
00:01:47: Aber es tut ja auch gut nochmal daran zu denken dass am Anfang ja auch einige Dinge wirklich positiv waren
00:01:53: Nicht nur im Koalitionsvertrag, sondern auch in der ersten
00:01:55: Woche.
00:01:55: Auch an der Umsetzung!
00:01:56: Wir haben die Sache mit der Stromsteuer innerhalb von Windparks sehr vereinfacht und gut geregelt.
00:02:02: Wir haben Rettdrei umgesetzt...
00:02:04: Das sind zügige Umsetzungen, weil wir haben gebannt letztes Jahr, dass wir da eine riesen Lücke kriegen und dann ging es wirklich sehr schnell.
00:02:10: Dann
00:02:10: ging's wirklich sehr schön schnell und eigentlich auch mit wenig Stolpersteinchen muss ich echt mal sagen also das war wirklich gut.
00:02:18: Dann gab es das Energiewende-Monitoring, wo man ja auch sagen muss.
00:02:23: Total gute Idee von der Wirtschaftsministerin einfach mal zu sagen hey okay wir haben jetzt eine neue Regierung Wir gucken einfach mal Wo wir stehen?
00:02:31: Wo wir hin wollen ist immer gut ein Ziel zu definieren um daran dann Maßnahmen auszurichten.
00:02:37: also da sagen wir eigentlich war eine gute Idee und auch mit dem Monitoringbericht Mit den Ergebnissen Konnten wir eigentlich sehr gut leben, haben wir gesagt.
00:02:46: War auch einfach eine sauber gemachte Studie, eine gut nachvollziehbare Überlegung wissenschaftliche Standards eingehalten also so ein bisschen alles das wo wir gesagt haben ja wenn man sich das anschaut passt es von den Inhalten aber es passt auch einfach von der Methodik.
00:03:00: und soweit
00:03:01: genau das war einfach ne Bestandsaufnahme.
00:03:03: und dann haben wie gesagt so jetzt haben wir die bestandsaufnahmen Und dann haben wir eigentlich auf die Maßnahmen gewartet.
00:03:10: und da fing es von so ein bisschen an, dass das Wirtschaftsministerium oder auch in Person Frau Reiche und wir die Dinge einfach anders interpretiert haben.
00:03:20: Auch das Frau Reiche eben auch zum Teil anders interpretieren hat als sie Gutachter selber.
00:03:26: Ein Beispiel daraus, einfach so die Strommenge.
00:03:28: Die Gutachter haben gesagt der Bedarf befindet sich eher an der oberen Grenze und Frau Reichardt hat gesagt nee wir glauben eigentlich wir brauchen weniger Strom.
00:03:36: das heißt wir glauben wir haben mehr Abwanderung von Industrie weniger Elektrifizierung.
00:03:41: also da haben wir schon das erste mal so angefangen zu stützen weil wie gesagt haben Wie kann es eigentlich sein dass eine Wirtschaftsministerin nicht an die eigene Wirtschaftspolitik glaubt?
00:03:51: Nicht daran glaubt sie den Standort wieder in Gang bringen wird, dass sie die Elektrifizierung, die ja der einfach richtig energetisch gesehen der richtige Weg, das sie das weiter voran bringt.
00:04:01: Dass sie die Industrie wieder zum Aufschwung verhilft und damit eben auch mehr Energie braucht?
00:04:07: Wie kann es sein, dass eine Ministerin daran nicht glaubt?
00:04:10: Ja wenn du das so rekapitulierst, erinnere ich mich auch an diese Pressekonferenz, in der man das Gefühl hatte Sie redet eigentlich über was komplett anderes als was wir vorher gehört haben.
00:04:21: also es gab erst diesen Bericht der Experten und der Wissenschaftler, die dargelegt haben wie das Monitoring zustande kommt was die wesentlichen Erkenntnisse sind.
00:04:29: Und da gab es ihren Berichte davon vollkommen abwicht.
00:04:32: Und jetzt hast du gesagt sie hat nicht daran geglaubt oder Sie glaubt nicht daran dass die Wirtschaft in Schwung kommt?
00:04:39: Da habe ich das Gefühl ist vielleicht überhaupt die Richtung in die die Ministerin bisher gegangen ist, dass irgendwie so eine Perspektive fehlt, oder?
00:04:49: Genau!
00:04:49: Du sagst jetzt die Richtung, in die Die Ministerin gegangen.
00:04:52: Das ist ja das, was ich auch in einem der letzten Podcasts schon summoniert habe.
00:04:56: Es fehlt eigentlich das klar erkennbare Zielbild und das fehlt nicht nur uns also nicht nur den Erneuerbaren.
00:05:03: Das war vielleicht erwartbar dass es eben unter der neuen Bundesregierung unbedingt besser werden würde als unter der Ampelkoalition.
00:05:12: aber auch für die Wirtschaft und für die Industrie fehlt ein Leitbild!
00:05:15: Es fehlt ein energiepolitisches Leit-Bild.
00:05:18: wo will ich hin?
00:05:19: Es wird viel mit Buzz-Words gearbeitet.
00:05:22: Wir hätten nicht aus Atomkraft aussteigen sollen oder wir sollten irgendwann in Fusionsreaktoren einsteigen, das mag ja sein.
00:05:31: Ich sage immer, Fusionskraftwerke waren vor zwanzig Jahren die Zukunft und sie werden wahrscheinlich auch noch in zwanzigeren die Zukunft sein.
00:05:37: also ich will sagen dass ist keine Lösung für jetzt.
00:05:40: Auch die alten Atomcraftwerke sind natürlich keine Lösung Und Frau Reiche sagt sehr oft, was sie eben nicht will oder dass es mit den Erneuerbaren langsamer gehen muss.
00:05:50: Sie zeichnet eigentlich kein klares Zielbild von der Energieversorgung und auch überhaupt vom Wirtschaftsstandort Deutschland?
00:05:57: Wer will du merkst an das ihr so ein bisschen die Perspektive fehlt und ein Leitbild fehlt.
00:06:03: aber
00:06:04: ist es nicht so, dass sie trotzdem an der einen oder anderen Stelle Das richtige Problem benennt?
00:06:10: also wenn wir uns jetzt in ersten weit zum Beispiel angucken Sehr sonnige Tage, viel Einspeisungen von PV ins Netz.
00:06:18: Wir haben jetzt sechzig Prozent erneuerbare, vor allem Wind und Solar im Strommix.
00:06:24: Das ist Strom der Fließt einfach nicht konstant wie ein Atomkraftwerk.
00:06:28: Ist Ihre Problembeschreibung nicht vielleicht irgendwie auch gerechtfertigt?
00:06:31: Doch da hast du vollkommen recht!
00:06:33: Und das habe ich eigentlich an jeder Stelle immer wieder gesagt... die Problemanalyse von Frau Reiche.
00:06:39: Da gehen wir völlig mit.
00:06:40: d'accord, Wir haben ein Problem im Netz und zu wenig Flexibilitäten.
00:06:45: Wir haben nicht zu viel Ökostrom oder erneuerbare Energie sondern immer wieder Strom zur falschen Zeit am falschen Ort.
00:06:53: Das ist richtig.
00:06:54: aber du hast jetzt den ersten Mai angesprochen.
00:06:56: Und ja was ist da passiert?
00:06:57: Frau Reicher hat sehr plakativ gesagt wir brauchen einen Schlussstrich und so kann es nicht weitergehen.
00:07:04: Plakativ
00:07:05: sagst du, ich würde sagen aggressiv.
00:07:07: Ja und wir hören sehr oft womit es eigentlich vorbei sein soll.
00:07:11: Sehr richtig ist ja ... Wir hatten da, wir hatten sehr viel Sonne, wir haben sehr wenig Verbrauch.
00:07:15: also wir hatten auch sehr viel Strom.
00:07:17: Und dann ist das passiert was eigentlich ja richtig ist.
00:07:21: Menschen die einen flexiblen Stromtarif haben, haben der Strom, der sehr günstig war Der hatte sogar negative Preise, haben damit ihre E-Autos geladen, haben ihm gespeichert Haben eigentlich genau das getan was wir auch skaliert auf den Effekt für ganz Deutschland insgesamt tun sollten.
00:07:38: Wenn Strom im Überfluss da ist, dann sollte er verbraucht oder gespeichert werden damit er dann zur anderen Zeit zur Verfügung steht.
00:07:45: Eigentlich ist es ja gut Strom zu speichern und zu nutzen wenn er günstig ist.
00:07:51: natürlich funktioniert das in Deutschland noch nicht so richtig.
00:07:55: aber natürlich könnte man jetzt sagen wenn ich zu viel Strom habe gut dann muss sich die PV Anlage abstellen.
00:08:00: Aber für mich ist das die falsche Lösung.
00:08:02: Ich muss doch eigentlich gucken, wie kann ich Speicher möglichst gut integrieren?
00:08:06: Wie kann ich dafür sorgen, wenn meine PV-Anlage auf meinem Dach vielleicht für mich alleine zu groß ist?
00:08:12: Wie können ich dann meinen Nachbarn mitversorgen?
00:08:14: Wie könnte ich dann Energie-Sharing machen und Quartierslösungen schaffen?
00:08:18: Und was eben da im Haushaltsbereich so ist, brauchen wir auch im großen Bild.
00:08:22: Wir brauchen die Flexibilitäten ohne sie wird es nicht gehen günstigen Strom haben und denen wirklich auch speichern oder verbrauchen.
00:08:33: Und wenn wir – das sind ja die flexiblen Stromtarife, wenn ich eben eine Möglichkeit habe über die Tarifgestaltung zu partizipieren einmal als Haushaltskunde eben zu sagen Ich nutze Energie dann, wenn sie günstig ist aber das Gleiche muss natürlich für die Industrie gelten.
00:08:49: Also das ist immer das wovon wir reden.
00:08:51: Die Industrie muss flexibilisieren.
00:08:54: Disclaimer, natürlich kommt jetzt wieder die Glasindustrie.
00:08:57: Die ihr es eben nicht kann.
00:08:58: aber wir haben auch nicht nur Glasindustrie, die eben dauerhaft sehr viel Energie braucht sondern wir haben viele Branchen die eben sehr wohl darauf reagieren könnten und für dies insgesamt dann... Und das ist die gute Nachricht!
00:09:09: Für sie würde insgesamt Energie dann deutlich günstiger werden.
00:09:13: Jetzt sind wir immer noch sozusagen so im energiepolitischen Bereich.
00:09:16: du hast ein Vorgespräch gesagt.
00:09:17: eigentlich wünscht du dir auch eine generelle Leitidee für unsere Politik, die vielleicht so ein bisschen über den das Klein-Klein hinausreicht?
00:09:28: Wir merken jetzt ja immer wieder wir sind extrem abhängig von dem was in der Welt geschieht.
00:09:34: Wir leiden extrem unter dem Krieg in Iran.
00:09:37: Bundeskanzler Merz hat gesagt es ist nicht unser Krieg.
00:09:40: Ja mag sein aber wir leiden darunter und ich merke immer wieder, wir sollten als Europäer stärker sein.
00:09:49: Wir sollten eine Marktmacht darstellen, aber ich habe immer das Gefühl wir stolpern da über die eigenen Füße.
00:09:59: Und du sagst jetzt wie als Europäer?
00:10:00: Das finde ich eigentlich ganz interessant weil du nicht sagst wie als Deutsche.
00:10:04: Nee es ist so ein kleines Beispiel was ich nordisch gehört hab.
00:10:08: kein Franzose würde je mit einer italienischen Kreditkarte bezahlen.
00:10:13: auch ein Deutscher würde sich wahrscheinlich schwer tun mit einer holländischen Kreditkarte zu bezahlen.
00:10:18: Aber wir alle akzeptieren, dass wir mit amerikanischen Kreditkarten bezahlen!
00:10:22: Das heißt also wir verstehen uns nicht als Europäer sondern wir sagen okay weil wir das eben... Wir wollen es gerne einheitlich haben und wir wollen es überall in Europa nutzen aber weil wir nichts Eigenes haben nutzen wir das amerikanische System und das ist mein ich verkehrt.
00:10:37: da müssten wir einfach stärker zusammen spielen.
00:10:41: Wir reden so oft, jetzt komme ich wieder zur Energie darüber.
00:10:44: Wir haben Strom aus Frankreich importieren müssen oder wir haben Strom nach Polen exportieren müssen – zu what?
00:10:51: Wenn wir in einem Energieferbund denken und denken, wir haben vielleicht Offshore an manchen Tagen eben sehr viel Strom eben im gesamten Offshore-Bereich verteilen oder wir haben auch hier grenzüberschreitend eben Konnektoren.
00:11:03: Warum sollen wir das nicht austauschen, wenn wir uns damit gut ergänzen können?
00:11:06: Das ist ja nicht schlimm!
00:11:07: Das machen wir mit allen anderen Gütern die wir produzieren ja auch
00:11:11: und ich erinnere mich an den Blackout in Spanien.
00:11:15: da haben wir glaube ich ein anderer Stelle im Podcast schon mal drüber gesprochen.
00:11:17: Da haben wir gesagt es war ein Teil des Problems dass Spanian so schlecht ans europäische Stromnetz angebunden ist durch Pyrenäen und nur eine Leitung oder weiß nicht genau wie wie physisch jetzt wirklich nur eine Leitung stimmt, aber die Anwendung ist schlechter als zum Beispiel wir mitten in Europa und viele verschiedene Länder.
00:11:36: Das ist also quasi eigentlich eine Chance für uns gerade dieser Stromimport-Export.
00:11:40: Chance für die Stabilität des Stromnetzes und die Resilienz des Strom netzes.
00:11:44: Genau wenn man nicht nur in Innen- und App-Sport denkt sondern wenn man einfach in einer gesamten Versorgung denkt dann kann das wirklich einfach eine Chance sein dass wir eben uns gegenseitig in den jahreszeitlichen Schwankungen einfach aushelfen können.
00:11:59: Also wie gesagt, wir müssen das größer denken und die Energieversorgung mit Flexibilitäten denken.
00:12:06: Ich habe das Gefühl, dass sage ich eigentlich in jedem Podcast so ungefähr.
00:12:09: aber trotzdem stellen wir fest Wir haben davon zu wenig und es funktioniert nicht.
00:12:13: Und es ist eben nicht die Lösung wie uns Politik jetzt häufig sagt, ja wir müssen mal langsamer machen.
00:12:19: Ja dann dürfen wir da eben keine Erneuerbaren zubauen.
00:12:22: Dann müssen wir halt mal PV-Anlagen abschalten.
00:12:25: das ist alles nicht die Lösung sondern es ist ja definitiv so.
00:12:28: also ich werde immer sehr wütend wenn ich von Wegwerfstrom oder von Strom den keiner will höre.
00:12:35: Das stimmt ja so nicht!
00:12:36: Wir brauchen ja jede Kilowattstunde erneuerbare die wir erzeugen können und die wir auch mehr erzeugten künftig.
00:12:42: die brauchen wir.
00:12:42: Die Industrie will sie haben.
00:12:44: Wir müssen sie nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort zur Verfügung stellen.
00:12:48: Wenn
00:12:48: ich mich noch mal auf die Perspektive von Katharina Reiche beziehe, dann sagt sie, naja, VW würde auch nicht Zehntausend Autos zu viel bauen und sich der Politik vor die Füße kippen und sagen nehmt die Mal!
00:12:59: Ja über das Beispiel habe ich mich sehr gewundert bzw.
00:13:03: habe ich gestutzt.
00:13:04: es würde ja keiner auf die Idee kommen zu VW zu sagen Unsere Autobahnen sind übrigens kaputt und die können wir im Moment nicht entstandsetzen, also produziert jetzt mal weniger Autos.
00:13:15: Das würde keiner tun!
00:13:16: Und das ist ja eigentlich das was uns Politik im Moment sagt weil der Netzausbau nicht so vorangegangen ist und die Digitalisierung insbesondere wie es hätte sein sollen.
00:13:26: deswegen sollen wir jetzt weniger Strom produzieren das macht ja keinen Sinn.
00:13:29: Der Strom wird gebraucht.
00:13:32: Es ist ja nicht so dass es Überschussstrom oder Wegwerfstrom Was es dafür alles für Wörter gibt, das ist ja nicht der Fall.
00:13:40: Sondern wir brauchen den Strom an anderer Stelle.
00:13:42: und bevor ich Energie teuer importiere aus eben Öl oder Gas dann gucke ich doch lieber wie kann ich den Strom, den ich hier sowieso schon produziert habe?
00:13:52: Wie kann ich ihn sinnvoll verteilen?
00:13:56: Also da gibt's so viel Möglichkeiten!
00:13:57: Wir haben da so viel Potenzial was bisher noch nicht genutzt keine Milliarden Investitionen erfordert, sondern einfach nur gesetzliche Erleichterungen.
00:14:07: Und da würde ich mir einfach wünschen dass wir einfach dieses Bild von einer neuerbaren Energieversorgung in Deutschland das wir einfach sagen ja wollen.
00:14:15: wir haben uns dafür entschieden es ist übrigens alternativlos und also machen wir jetzt konsequent auf dem Weg weiter und verunsichern nicht diejenigen in der Industrie, die schon diesen Weg in die Elektrifizierung.
00:14:28: In grünen Stahl beispielsweise bei Salzgitterstahl, die den Weg schon gegangen sind.
00:14:32: Die dürfen jetzt nicht verunsichert werden, sondern die müssen ermutigt werden dass es in die Richtung weitergeht.
00:14:37: Also wir haben die Produktionsseite, die stimmt.
00:14:39: Wir haben die Abnahmeseite, das stimmt.
00:14:41: Und wir haben nun nicht die Infrastruktur um die beiden Seiten sauber zusammenzubringen.
00:14:45: Genau!
00:14:45: Ich sage jetzt auch nicht... Das hört sich jetzt so an.
00:14:47: So ja naja nur die Netzbetreiber.
00:14:49: also Das ist überhaupt gar kein kleines Problem, das sehen wir schon.
00:14:53: Also wie haben da einfach ein Defizit?
00:14:55: Woher das kommt, dass es irgendwie Spoil mit zu überlegen wäre da nun schultert, das ist auch gar nicht die Frage.
00:15:00: aber die Frage ist Wie können wir das Netz jetzt so effizient wie möglich nutzen So effiziente wie möglich digitalisieren und dann eben wirklich Die erzeugung so etablieren dass das netz hundertprozentig oder möglichst zu hundert Prozent ausgenutzt worden ist durch eben gemeinsame Nutzung, Netzanschlusspunktüberbauungen, Systemdienliche Anschlussleistung und so weiter.
00:15:23: Und sofort wie gesagt da gibt es eine Menge Tools.
00:15:25: wir müssen nur das klare Zielbild im Auge haben und danach die Maßnahmen ausrichten.
00:15:31: Das ist das was mir in der Politik fehlt dieses Zielbild.
00:15:34: wo wollen wir eigentlich hin?
00:15:37: Da wollen wir hin und deswegen brauchen wir die und die und Die-Maßnahmen.
00:15:42: Vielen Dank Bärbel.
00:15:43: Sehr gerne Nikola.
00:15:44: Und das war Wind Talks, der energiepolitische Podcast des BWE.
00:15:49: Ihr findet uns im Internet unter www.wind-talks.de und überall da wo es Podcast gibt!
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